Pestkreuz

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Pestkreuze zeichnen sich durch eine gesteigerte Ausdrucksform der Leiden Jesu in seinem Todeskampf am Kreuz aus. Pestkreuze wurden im 14. Jh. errichtet, als die Pest weite Landstriche entvölkerte. Sie sollten zur Buße mahnen.[1]

Pestkreuze sind meist "Gabelkreuze" (in Y-Form) aus roh behauenen Baumstämmen. Die Arme Jesu hängen weit nach unten durch. Der Leib ist eingefallen. Nur der Brustkorb mit den eingekerbten Rippen wölbt sich krampfartig nach vorne. Aus der klaffenden Seitenwunde quillt Blut traubenförmig hervor. Finger und Zehen sind verkrampft, das Lendentuch oft zerfetzt. Da das Haupt tief auf die Brust herabgesunken ist, muss der Betrachter von unten in das Antlitz Jesu mit den brechenden Augen und dem geöffneten Mund sehen.[1]

Der Typ der Pestkreuze entstand um 1300. Die Merkmale sind bei allen gleich. Sie unterscheiden sich höchstens in der mehr oder weniger krasse naturalistischen Darstellung des Körpers. Bekannte Pestkreuze (beide um 1300) sind in St. Maria im Kapitol (Köln) und in der Dominikanerkriche in Friesach.[1]



Anhang

Anmerkungen


Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Hannelore Sachs: Wörterbuch der christlichen Ikonographie, 286.