Konstanz: Unterschied zwischen den Versionen

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In Konstanz konnten Pfahlbaudörfer der Jungsteinzeit und Bronzezeit nachgewiesen werden. Ein Gründungsdatum für Konstanz kann nicht festgelegt werden. Es gilt aber für sicher, dass schon im 2.Jh. v.C. eine Siedlung auf dem heutigen Münsterhügel existiert hatte. Nach den [[Kelten]] siedelten hier seit dem 1.Jh. v.C. die [[Römer]]. Nach [[Kaiser Constantius]] (um 300) erhielt die Stadt den Namen [[Constantia]].
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Aus einer zunächst keltischen Siedlung entstand vermutlich im 2. und 4.Jh. ein röm. Militärposten mit Markt, dessen Name [[Constantia]] sich möglicherweise von [[Kaiser Constantius II]] ableiteten lässt.
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== Geschichte ==
In Konstanz konnten Pfahlbaudörfer der Jungsteinzeit und Bronzezeit nachgewiesen werden. Ein Gründungsdatum für Konstanz kann nicht festgelegt werden. Es gilt aber für sicher, dass schon im 2.Jh. v.C. eine Siedlung auf dem heutigen Münsterhügel existiert hatte. Nach den Kelten siedelten hier seit dem 1.Jh. v.C. die Römer. Nach Kaiser Constantius (um 300) erhielt die Stadt den Namen Constantia.
 
Aus einer zunächst keltischen Siedlung entstand vermutlich im 2. und 4.Jh. ein röm. Militärposten mit Markt, dessen Name Constantia sich möglicherweise von Kaiser Constantius II ableiteten lässt.
 
Seit 570 war sie Bischofsitz des größten dt. Bistums. Als erster Bischof wird Maximus (+583) genannt. Ein großer Förderer der Stadt war Bischof Konrad I (934-973), der durch seine Kirchenbauten nördl. der Alpen ein Roma secunda, eine Kopie der Heiligen Stadt mit ihren damals 5 Hauptkirchen, entstehen lassen wollte. In der Reformation verlor das Bistum die Hälfte seines Umfangs. 1802 verlor das Bistum seine politische Selbständigkeit. Aus ihr entstand in der Bulle vom 16.8.1802 die Oberrheinische Kirchenprovinz. 1824 wird das Bistum Konstanz aufgehoben und der Bischofssitz nach Freiburg verlegt.  
 
Besonders Kaiser Friedrich Barbarossa förderte Konstanz. 7-8 mal hielt er in der Stadt Reichstage und Versammlungen ab und schloss auch mit Papst Eugen III den sog. Konstanzer Vertrag.  
 
Ende des 13.Jh. erhielt Konstanz eine Brücke. Neben der Einnahme des Brückenzolls bedeutete dies auch ein weiteres Ansteigen des Handels und des (Pilger-)Verkehrs.
Ende des 13.Jh. erhielt Konstanz eine Brücke. Neben der Einnahme des Brückenzolls bedeutete dies auch ein weiteres Ansteigen des Handels und des (Pilger-)Verkehrs.
Konstanz wurde wegen seiner günstigen Infrastruktur als [[Konzilsort]] ausgewählt, der aus politischen Gründen im Reich liegen sollte.
 
Zum [[Konstanzer Konzil]] (1414-1418) kam hier die politische und geistliche Welt des chr. [[Abendland]]es zusammen. Höhepunkt dieses großen Konzils war die Wahl von [[Papst Martin V]]. Damit wurde ein 40-jähriges Schisma beendet. [[Jan Hus]] und [[Hieronymus von Prag]] wurden als [[Ketzer]] verurteilt und verbrannt. Die Lehren von [[John Wyclif]] wurden posthum verurteilt, seine Gebeine verbrannt.
Konstanz wurde wegen seiner günstigen Infrastruktur als Konzilsort ausgewählt, der aus politischen Gründen im Reich liegen sollte.
Unter den [[Staufer]]n wurde Konstanz Reichsstadt. Export von Leinen brachte den wirtschaftlichen Aufschwung.  
 
Konstanz war für die mittelalterlichen Pilger ein bedeutendes Zwischenziel auf ihrer Fernwallfahrt nach [[Santiago]]. Sie kamen aus [[Böhmen]], [[Mähren]], [[Polen]] und [[Russland]], einige sogar aus [[Skandinavien]]. Für das leibliche Wohl sorgte gleich nach der [[Rheinbrücke]] das kleine [[Spital]], ein 1299 gegr. [[Hospiz]]. In der Nähe des [[Marienmünster]]s war das - [[Spital zum Heiligen Geist]] - heute Südkurier -, das neben Kranken und Alten auch mittellose Pilger betreute. Bis zur [[Reformation]] konnten arme [[Pilger]] auch bei den Hospitalbrüdern der [[Antoniter]] - heute Möbelhaus Itta - Unterkunft finden. Südlich der Stadt war in [[Stadelhofen]] das Seelhaus bei St-Jodok.
Zum Konstanzer Konzil (1414-1418) kam hier die politische und geistliche Welt des chr. Abendlandes zusammen. Höhepunkt dieses großen Konzils war die Wahl von Papst Martin V. Damit wurde ein 40-jähriges Schisma beendet. Jan Hus und Hieronymus von Prag wurden als Ketzer verurteilt und verbrannt. Die Lehren von John Wyclif wurden posthum verurteilt, seine Gebeine verbrannt.
Im Norden und Nordosten war Konstanz im Mittelalter durch [[Rhein]] und [[Bodensee]] geschützt. Im [[2.Weltkrieg]] konnten die Konstanzer durch ihre unmittelbare Nähe zur [[Schweiz]] ihre Beleuchtung den Verdunklungen der Schweiz anpassen, was heute dem Pilger die herrliche Altstadt zukommen lässt.
Unter den Staufern wurde Konstanz Reichsstadt. Export von Leinen brachte den wirtschaftlichen Aufschwung.  
Erst 2004 wurde auf dem [[Münstervorplatz]] die besterhaltendste röm. [[Kastellruine]] (4.Jh.) von ganz [[Baden-Württemberg]] ent­deckt. Bei seiner Neugestaltung stießen [[Archäologen]] in 1 m Tiefe auf eine 2,2 m dicke Mauer aus Kalktuffstein. Es wurde auch das Fundament eines mehreckigen Turms und das Badehaus des Kastells mit Heizanlagen und Wannen entdeckt. Dies beweist, dass Konstanz schon in der [[Spät­antike]] ein bedeutender Ort war.
 
Heute ist am ]]Münster]] der ]]Pilgerweg]] nach [[SdC]] mit 1.950 km ausgeschildert. Auf dem sog. [[Schwabenweg]] zogen die Pilger über die [[Hussenstraße]], durch das [[Schnetzertor]], zum [[Kloster Kreuzlingen]], weiter nach [[Einsiedeln]].
Konstanz war für die mittelalterlichen Pilger ein bedeutendes Zwischenziel auf ihrer Fernwallfahrt nach Santiago. Sie kamen aus Böhmen, Mähren, Polen und Russland, einige sogar aus Skandinavien. Für das leibliche Wohl sorgte gleich nach der Rheinbrücke das kleine Spital, ein 1299 gegr. Hospiz. In der Nähe des Marienmünsters war das - Spital zum Heiligen Geist - heute Südkurier -, das neben Kranken und Alten auch mittellose Pilger betreute. Bis zur Reformation konnten arme Pilger auch bei den Hospitalbrüdern der Antoniter - heute Möbelhaus Itta - Unterkunft finden. Südlich der Stadt war in Stadelhofen das Seelhaus bei St-Jodok.
Die Dame Konstanz lässt zwei Herrscher thronen: [[König Sigismund]] und [[Papst Martin V]].
 
Im Norden und Nordosten war Konstanz im Mittelalter durch Rhein und Bodensee geschützt. Im 2.Weltkrieg konnten die Konstanzer durch ihre unmittelbare Nähe zur Schweiz ihre Beleuchtung den Verdunklungen der Schweiz anpassen, was heute dem Pilger die herrliche Altstadt zukommen lässt.
 
Erst 2004 wurde auf dem Münstervorplatz die besterhaltendste röm. Kastellruine (4.Jh.) von ganz Baden-Württemberg ent­deckt. Bei seiner Neugestaltung stießen Archäologen in 1 m Tiefe auf eine 2,2 m dicke Mauer aus Kalktuffstein. Es wurde auch das Fundament eines mehreckigen Turms und das Badehaus des Kastells mit Heizanlagen und Wannen entdeckt. Dies beweist, dass Konstanz schon in der Spät­antike ein bedeutender Ort war.
 
Heute ist am Münster der Pilgerweg nach SdC mit 1.950 km ausgeschildert. Auf dem sog. Schwabenweg zogen die Pilger über die Hussenstraße, durch das Schnetzertor, zum Kloster Kreuzlingen, weiter nach Einsiedeln.
 
== Kirchen ==
=== Kirche ===
 
=== St. Stephan ===
St-Stephan (um 613 urkundlich erwähnt), Grabungen wiesen eine rom. Säulenbasilika (12.Jh.) nach, aus der die heutige Kirche (1428-1486) in ihrer Grundstruktur hervorging. Im Chorgestühl finden sich rom. und got. Elemente. Auf dem 3. südl. Pfeiler befindet sich eine Jakobus-Darstellung, umrahmt mit Szenen seines Martyriums.
 
 
== Sehenswürdigkeiten ==
* Schnetztor (14.Jh.) ist gut erhalten und restauriert. Es war einst ein Teil der Stadtmauer von Konstanz.
 
== Sonstige Infos ==
=== Heilige ===
=== Legenden ===
=== Pilger ===
=== Logistik ===
==== Refugios ====
==== Campingplätze ====
==== Supermärkte ====
 
== Quellen und weitere Infos ==
=== Anmerkungen ===
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=== Einzelnachweise ===
<references />
=== Literatur ===
=== Links ===
 
Kategorie:Stadt

Aktuelle Version vom 20. Oktober 2018, 12:19 Uhr

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Geschichte

In Konstanz konnten Pfahlbaudörfer der Jungsteinzeit und Bronzezeit nachgewiesen werden. Ein Gründungsdatum für Konstanz kann nicht festgelegt werden. Es gilt aber für sicher, dass schon im 2.Jh. v.C. eine Siedlung auf dem heutigen Münsterhügel existiert hatte. Nach den Kelten siedelten hier seit dem 1.Jh. v.C. die Römer. Nach Kaiser Constantius (um 300) erhielt die Stadt den Namen Constantia.

Aus einer zunächst keltischen Siedlung entstand vermutlich im 2. und 4.Jh. ein röm. Militärposten mit Markt, dessen Name Constantia sich möglicherweise von Kaiser Constantius II ableiteten lässt.

Seit 570 war sie Bischofsitz des größten dt. Bistums. Als erster Bischof wird Maximus (+583) genannt. Ein großer Förderer der Stadt war Bischof Konrad I (934-973), der durch seine Kirchenbauten nördl. der Alpen ein Roma secunda, eine Kopie der Heiligen Stadt mit ihren damals 5 Hauptkirchen, entstehen lassen wollte. In der Reformation verlor das Bistum die Hälfte seines Umfangs. 1802 verlor das Bistum seine politische Selbständigkeit. Aus ihr entstand in der Bulle vom 16.8.1802 die Oberrheinische Kirchenprovinz. 1824 wird das Bistum Konstanz aufgehoben und der Bischofssitz nach Freiburg verlegt.

Besonders Kaiser Friedrich Barbarossa förderte Konstanz. 7-8 mal hielt er in der Stadt Reichstage und Versammlungen ab und schloss auch mit Papst Eugen III den sog. Konstanzer Vertrag.

Ende des 13.Jh. erhielt Konstanz eine Brücke. Neben der Einnahme des Brückenzolls bedeutete dies auch ein weiteres Ansteigen des Handels und des (Pilger-)Verkehrs.

Konstanz wurde wegen seiner günstigen Infrastruktur als Konzilsort ausgewählt, der aus politischen Gründen im Reich liegen sollte.

Zum Konstanzer Konzil (1414-1418) kam hier die politische und geistliche Welt des chr. Abendlandes zusammen. Höhepunkt dieses großen Konzils war die Wahl von Papst Martin V. Damit wurde ein 40-jähriges Schisma beendet. Jan Hus und Hieronymus von Prag wurden als Ketzer verurteilt und verbrannt. Die Lehren von John Wyclif wurden posthum verurteilt, seine Gebeine verbrannt. Unter den Staufern wurde Konstanz Reichsstadt. Export von Leinen brachte den wirtschaftlichen Aufschwung.

Konstanz war für die mittelalterlichen Pilger ein bedeutendes Zwischenziel auf ihrer Fernwallfahrt nach Santiago. Sie kamen aus Böhmen, Mähren, Polen und Russland, einige sogar aus Skandinavien. Für das leibliche Wohl sorgte gleich nach der Rheinbrücke das kleine Spital, ein 1299 gegr. Hospiz. In der Nähe des Marienmünsters war das - Spital zum Heiligen Geist - heute Südkurier -, das neben Kranken und Alten auch mittellose Pilger betreute. Bis zur Reformation konnten arme Pilger auch bei den Hospitalbrüdern der Antoniter - heute Möbelhaus Itta - Unterkunft finden. Südlich der Stadt war in Stadelhofen das Seelhaus bei St-Jodok.

Im Norden und Nordosten war Konstanz im Mittelalter durch Rhein und Bodensee geschützt. Im 2.Weltkrieg konnten die Konstanzer durch ihre unmittelbare Nähe zur Schweiz ihre Beleuchtung den Verdunklungen der Schweiz anpassen, was heute dem Pilger die herrliche Altstadt zukommen lässt.

Erst 2004 wurde auf dem Münstervorplatz die besterhaltendste röm. Kastellruine (4.Jh.) von ganz Baden-Württemberg ent­deckt. Bei seiner Neugestaltung stießen Archäologen in 1 m Tiefe auf eine 2,2 m dicke Mauer aus Kalktuffstein. Es wurde auch das Fundament eines mehreckigen Turms und das Badehaus des Kastells mit Heizanlagen und Wannen entdeckt. Dies beweist, dass Konstanz schon in der Spät­antike ein bedeutender Ort war.

Heute ist am Münster der Pilgerweg nach SdC mit 1.950 km ausgeschildert. Auf dem sog. Schwabenweg zogen die Pilger über die Hussenstraße, durch das Schnetzertor, zum Kloster Kreuzlingen, weiter nach Einsiedeln.

Kirchen

Kirche

St. Stephan

St-Stephan (um 613 urkundlich erwähnt), Grabungen wiesen eine rom. Säulenbasilika (12.Jh.) nach, aus der die heutige Kirche (1428-1486) in ihrer Grundstruktur hervorging. Im Chorgestühl finden sich rom. und got. Elemente. Auf dem 3. südl. Pfeiler befindet sich eine Jakobus-Darstellung, umrahmt mit Szenen seines Martyriums.


Sehenswürdigkeiten

  • Schnetztor (14.Jh.) ist gut erhalten und restauriert. Es war einst ein Teil der Stadtmauer von Konstanz.

Sonstige Infos

Heilige

Legenden

Pilger

Logistik

Refugios

Campingplätze

Supermärkte

Quellen und weitere Infos

Anmerkungen

Einzelnachweise

Literatur

Links

Kategorie:Stadt