Tympanon: Unterschied zwischen den Versionen

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Tympanon (Tympana Mz.) ist das Bogenfeld über dem Türsturz eines Portals. In Romanik und Gotik ist es meist mit kunstvollen Reliefs ausgefüllt.
Tympanon (Tympana Mz.) ist das Bogenfeld über dem Türsturz eines Portals. In Romanik und Gotik ist es meist mit kunstvollen Reliefs ausgefüllt.
Die meisten Tympana sind nach dem gleichen Schema aufgebaut: In der Mitte thront [[Jesus]], oft in der [[Mandorla]]. Er ist meist von Engeln oder den Evangelisten umgeben. Diese sind als Schreiber oder nur mit ihren Attributen (Mensch für Mt, Löwe für Mk, Stier für Lk, Adler für Joh) dargestellt. In der [[Gotik]] nimmt zunehmends [[Maria]] die Stelle Jesu in die [[Mandorla]] ein.
Unterhalb oder auch noch halb seitlich ist der [[Himmel]] und die [[Hölle]] dargestellt, so wie es sich die Menschen dieser Zeit sich vorgestellt hatten. Dabei besteht eine feste Regel: Der [[Himmel]] ist immer li., die [[Hölle]] immer re. Diese Gesetzlichkeit nimmt Bezug auf die Bibelstelle Mt 25,33f: „Er wird die Schafe zu seiner Rechten versammeln, die Böcke aber zur Linken. Dann wird der König denen auf der rechten Seite sagen: Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist.“
Vom Betrachter aus ist dies seitenverkehrt, aber von der Sichtweise [[Jesu]], der thronend über dieser Szene dargestellt ist und der den [[Pilger]] ansieht, stimmen die bibl. Worte. Daher ist vom Betrachter aus der [[Himmel]] immer li. und die [[Hölle]] immer re. zu sehen.

Aktuelle Version vom 29. Juli 2013, 22:06 Uhr

Tympanon (Tympana Mz.) ist das Bogenfeld über dem Türsturz eines Portals. In Romanik und Gotik ist es meist mit kunstvollen Reliefs ausgefüllt. Die meisten Tympana sind nach dem gleichen Schema aufgebaut: In der Mitte thront Jesus, oft in der Mandorla. Er ist meist von Engeln oder den Evangelisten umgeben. Diese sind als Schreiber oder nur mit ihren Attributen (Mensch für Mt, Löwe für Mk, Stier für Lk, Adler für Joh) dargestellt. In der Gotik nimmt zunehmends Maria die Stelle Jesu in die Mandorla ein. Unterhalb oder auch noch halb seitlich ist der Himmel und die Hölle dargestellt, so wie es sich die Menschen dieser Zeit sich vorgestellt hatten. Dabei besteht eine feste Regel: Der Himmel ist immer li., die Hölle immer re. Diese Gesetzlichkeit nimmt Bezug auf die Bibelstelle Mt 25,33f: „Er wird die Schafe zu seiner Rechten versammeln, die Böcke aber zur Linken. Dann wird der König denen auf der rechten Seite sagen: Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist.“ Vom Betrachter aus ist dies seitenverkehrt, aber von der Sichtweise Jesu, der thronend über dieser Szene dargestellt ist und der den Pilger ansieht, stimmen die bibl. Worte. Daher ist vom Betrachter aus der Himmel immer li. und die Hölle immer re. zu sehen.